Kaiserschnitt II

Veröffentlicht Schreibe einen Kommentar

Im Folgenden geht es nun um die psychische Komponente eines Kaiserschnitts. Ihm wird in der Babytherapie Rechnung getragen.
Im Behandlungsalltag zeigen sich folgende Probleme:

Babys erinnern sich, entgegen der üblichen Meinung, sehr genau an den Moment ihrer Geburt. Diese hat immer positive und negative Aspekte. Überwiegen Letztere, können sich hieraus anfangs flüchtige, spätere immer festere und hinderliche Verhaltensstrukturen entwickeln.
Bei Kaiserschnittenkindern ist oft eine große Wut erkennbar, dass dieser kleine Mensch seiner Geburtserfahrung beraubt wurde, hätte er es, seiner Meinung nach, doch allein geschafft.
Auch können innere Konflikte auftreten. Die Erfahrung im Bauch kann sehr angreifend gewesen sein, so dass ein Kaiserschnitt als Rettung empfunden wird, die Art und Weise desselben aber als eine Art Geiselnahme empfunden wird. Dies trifft v.a. auf Kinder zu, die ein Rettungsthema mit sich tragen.
Zwei Sorten von Angriffen kann ein Baby wahrnehmen: Zum Einen das Eindringen in den eigenen Raum, zum Anderen den körperlichen Angriff. Da es sich in seinen Grenzen beschnitten fühlt, kann oft ein Mangel an Grenzakzeptanz beobachtet werden.
Die sie übermannenden Kräfte können auch als Aufgeben umgesetzt werden, sodass ein Kind sich in alles ihm widerfahrende fügt und wenig eigene Persönlichkeit entwickelt.
Bedingt dadurch, dass ein Kind sich bei dieser Art der Entbindung nicht bewegen muss, fühlen sich viele von ihren Beinen abgeschnitten. Dies hat zur Folge, dass die Gehirnhemisphären sich nicht gut vernetzen, so dass ein Kind erst spät oder gar nicht krabbelt.
Auch benötigte Medikamente, welche es umfluten, müssen von Babys verarbeitet werden. Instinktiv wollen wir Unangenehmes loswerden. So husten sie diese in den darauffolgenden Monaten oft ab. Dies wird als umbilikales Husten bezeichnet. Ein anderes Lösungsmuster ist zu beobachten bei Kindern, die heftig mit den Beinen strampeln oder treten. Hier wird regelrecht die Spannung bzw potentielle Giftstoffe abgearbeitet. Gelegentlich ist eine weitere Strategie zu beobachten: Kinder, die häufig Einnässen, verschieben das Problem Richtung Blase. Selbstverständlich kann es für Letzteres auch diverse andere Gründe geben.

Da es mannigfaltige Möglichkeiten gibt, wo wir uns in einer Situation berührt fühlen, ist diese Aufzählung nur als Auszug zu verstehen. Viele Weitere erlebe ich täglich in meiner Praxis. Mit gründlicher Anamnese, Gespräch mit den Eltern und genauester Beobachtung Ihres Kindes, können etwaige behindernde Verhaltensstrategien aufgelöst werden.