Osteopathie bei Belastungsstörungen

„Der Sinn einer Treppe liegt nicht darin, auf ihr stehen zu bleiben, sondern sie durch Benutzung zu überwinden.“

Dethlefsen/Dahlke

Einer Belastung geht immer ein Erlebnis voraus. Wie sehr einen Menschen ein Ereignis angreift, hängt von der individuellen Verletzbarkeit sowie den Möglichkeiten der Bewältigung ab.

Elvira Bierbach beschreibt eine Erlebnisreaktion als „psychische Störung bei zuvor seelisch unauffälligen Menschen als Folge einer extremen (äußeren) Belastung; man unterscheidet Belastungsstörungen nach akuter Belastung und Anpassungsstörungen nach längerdauernder Belastung.“

Bei einer akuten Reaktion, die „innerhalb von Minuten nach einem traumatischen Ereignis auftritt“ (Bierbach 2009, München). Hierbei gibt es Soforthilfen für Angehörige oder Menschen, die unbeeinträchtigt Beobachter der Situation waren:

Ruhe bewahren und Sicherheit ausstrahlen. Das Sprechen in ruhigen Worten erreicht den Empfänger auch wenn dies gerade nicht den Anschein macht. Akute Verletzungen sind das Erste, was jetzt behandelt werden muss. Kommunizieren, was gerade passiert, dass Hilfe naht, dass Sie da sind und sorgen Sie für einen sicheren Rahmen. Meistens stellen wir intuitiv vorsichtig Körperkontakt her, indem wir beispielsweise einen Arm auf die Schulter legen. Das Wichtigste jedoch: Hören Sie zu.

Zimbardo und Gerrig haben fünf Phasen der Reaktion herausgearbeitet: Die Phase des Schocks, der Verwirrung, des automatischen Handelns, der ersten Bewältigung, der Ernüchterung und der Erholung.

Gelingt der letzte Schritt nicht, so spricht man von einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS). Dies beschreibt eine wiederkehrende Stressreaktion nach einer Bedrohung. Es geht einher mit wiederkehrenden Erinnerungen (Flashbacks) und emotionaler Abstumpfung bis Leere. In der Folge können sich hieraus Alpträume, Schuldgefühle, Konzentrationsstörungen, Panikattacken, Depressionen, Sucht, Aggressivität uvm. einstellen.

Osteopathie kann das Erlebte nicht löschen. Das ist auch wenig sinnvoll. Jedoch können Techniken, die auf unser Stressbewältigungssystem, unser Angstempfinden sowie unser Gedächtnis einwirken, dazu beitragen, neben Gesprächen, die Erinnerung umzuwandeln, damit sie eines Tages als Teil des Lebensweg betrachtet werden können. Denn alles Leben bedeutet Herausforderungen und auch Krisen: Sie bieten uns die Möglichkeit, über uns hinaus zu wachsen und, mit neuen Fähigkeiten bedacht, andere Wege einzuschlagen. Gerne erörtere ich mit Ihnen als unabhängige Person ganz persönliche Lösungsansätze.

Osteopathie bei Belastungsstörungen