Perinataltrauma III

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Welches ist die durchschnittliche Lage eines Kindes im Bauch seiner Mutter zum Geburtszeitpunkt?

Optimalerweise mit dem Kopf nach unten (Längs- bzw. Schädellage). Dabei wird immer die Längsachse des Kindes zur der der Mutter benannt. Glücklicherweise sind fast alle Geburten Längs- bzw. Schädellagen.

Würde der Po des Babies zuerst geboren, spricht man von Beckenend- oder Steißlage.
Bei reinen Steißlagen sind die Beine an den Körper geschlagen und der Po geht voran. Bei der Steiß-Fußlage hat Baby die Beine angewinkelt und bei der  Knie-/Fußlage sieht es aus, als würde das Baby in der Gebärmutter knien oder stehen.
Eine Beckenendlage kann folgende Ursache haben:
– Mehrlingsschwangerschaften
– Verengtes Becken der Mutter treten
– Polyhydramnion
– Hydrozephalus
– Placenta praevia
– Uterusnyomen uvm.

Leider ist dies mit einem gewissen Risiko für Mutter und Kind verbunden. Nicht zuletzt spielen auch Ängste nicht nur der werdenden Eltern sondern auch der behandelnden Ärzte eine wesentliche Rolle. Unter Anderem deshalb mündet eine solche Geburt oft in einem Kaiserschnitt.

Bei der Querlage liegt das Kind quer in der Gebärmutter, die kindliche Wirbelsäule steht im rechten Winkel zur mütterlichen Wirbelsäule. Dies ist eine geburtsunmögliche Lage – ein Kaiserschnitt  muss erfolgen.

Osteopathisch können Lageanomalien bis maximal zum vollendeten 7. Monat behandelt werden. Anschließend spricht die Größe des Kindes gegen eine Therapie. Klar abzugrenzen ist sie von einer manuellen Wende, wie sie in vielen Krankenhäusern unter Einsatz leichter Beruhigungsmittel durchgeführt wird. Hierbei wird das Kind, wider seiner Natur, in eine „gute“ Position gedrückt. Da jedoch auch jede Lageanomalie ihre Gründe hat, ist der osteopathische Ansatz ein völlig Anderer: Hier wird dem umgebenden Gewebe die Spannung genommen, das Kind nicht gezwungen, eine unpassende Stellung einzunehmen. Ist die Spannung genommen, kann das Kind selbst die neue Position einnehmen.
Denn: Babies sind sehr sensibel für die Einwirkungen von Außen auf es selbst. So kommt es häufig vor, dass es nach manueller Wende extrem wütend im Verlauf seines frühen Lebens ist nachdem ein solcher Eingriff stattgefunden hat. Dies kann sich zu einer selbstbehindernden Charaktereigenschaft im ganzen Leben auswachsen.

In der Perinatalpsychologie gibt es noch andere Ursachen für Lageanomalien:
– Es erhält die für ’seine‘ Geburt benötigten Kontaktstellen an den Rippen der Mutter.
– Orientierungslosigkeit, die es zum mütterlichen Herzen ausrichtet.
– Ausrichtung zum Ort der Herkunft.

Was kann Mama tun? Die Position anzuerkennen, beruhigt den Dialog mit dem Ungeborenen. „Es wäre anders einfacher aber wir schaffen es auch so.“ Wenn Mutter und Kind zusammen arbeiten, ist eine starke Basis gegeben.

Perinataltrauma II

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Lost Twin – Verlorener Zwilling

Alles andere als selten, leiden viele von uns ihr Leben lang an selbstbehindernden Verhaltensmustern oder physischen Beschwerden, die sie nicht erklären können. Sie fühlen sich missverstanden und allein gelassen weil ihnen scheinbar niemand helfen kann.
Nachstehende Liste ist nur eine kleine Auswahl hierfür:

Schuldgefühle
– Durchsetzungsschwierigkeiten
– Einsamkeit
– Depressionen
– Starke Trennungsschwierigkeiten
– Anhaltende Müdigkeit
– Verfolgungsgefühl
– Angst vor Enge
– Todessehnsucht
– Affinität zu Spiegeln/Kuscheltieren
– Bedürfnis, Gegenstände 2x zu kaufen
– Mangelnde Konkurrenzfähigkeit
– Häufige Fernreisen
– Angst vor Berührung
– Theratom (Geschwüre m Haaren/Zähnen)

Ein Teil der Leser wird nun sagen: „Das sind Probleme, die wir alle, zumindest zum Teil, kennen. Das ist wissenschaftlich nicht haltbar und sehr vage.“
Wissen Sie was? Das stimmmt.
Bei nicht Betroffenen kann dieses Thema nichts berühren weil es in uns keine emotionale Verknüpfung hierzu gibt.
Wem unerklärlich Tränen in den Augen stehen, eine große Traurigkeit oder auch Wut übermannt oder sich in den überwiegenden Tatsachen wiederfindet, dessen Intuition wird richtig liegen. Bei der Aufklärung und Überwindung können Körpertherapie oder Aufstellung helfen.

Was bei Erwachsenen lange schlummert, ist bei Babies oft leichter zu erkennen. Glücklicherweise befasst sich auch die Wissenschaft immer mehr mit dem frühen Verlust eines Geschwisterchens im Bauch der Mutter, dem Drama und der Angst dessen, der am Leben bleibt.
Die Zahlen dieses Phänomens schwanken sehr. Man kann derzeit jedoch davon ausgehen, dass ein Drittel bis die Hälfte aller Schwangerschaften als Mehrlingsschwangerschaft begann ehe sich ein Baby von Beiden nicht mehr weiterentwickelt. Dies geschieht in den ersten Tagen und ist damit in keinster Weise für die Mutter wahrnehmbar noch medizinisch nachweisbar.
Diese Geschichte zeigt sich bei Babys häufig
– in einer permanenten Orientierung zu Puppen (v.a. in den ersten Lebensmonaten, in denen einen Kind eigentlich noch keinen Bezug dazu haben kann)
– sie sind wie in einer anderen Welt und weit weg mit der Aufmerksamkeit wenn die Puppe nicht bei ihnen ist
– in großen Verlustängsten, Panik und Schreiattacken wenn Bezugspersonen den Raum verlassen
– dem intensiven Verlangen, den Körperkontakt zu Anderen nicht abreißen zu lassen (z.B.: Hand halten auch im Schlaf)
– häufige Situationen, in denen das Kind nach vorne gerichtet ist, jedoch einen Arm nach hinten streckt damit der zweite Teil von ihm folgen kann
– Furcht oder Aggressivität bei angestarrt Werdens weil es an den toten Körper neben ihm erinnert

Diese Worte sollen keine Furcht verbreiten sondern nur Vertrauen zur eigenen Intuition schaffen und ein Ende jahrelanger Verwirrung ermöglichen.
Denn: Eine Erkenntnis von heute kann die Tochter eines Irrtums von gestern sein. (Marie von Ebner-Eschenbach)

Perinataltrauma I

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Reproduktionsmedizin

Im ersten Beitrag zum Thema Perinataltrauma soll es um die Reproduktionsmedizin gehen. Dieser Begriff umschreibt die Entstehung neuen Lebens durch medizintechnische Unterstützung seit den späten 1970ern. Man unterscheidet hierbei mehrere Verfahren:
IVI: Bei der Insemination werden Spermien im Vorfeld selektiert und bei optimaler Empfängnis in die Gebärmutterhöhle eingebracht. Zur Reifung und zum Eisprung werden meist Medikamente eingesetzt.
IVF: Bei der In-vitro-Fertilisation werden Ei-und Samenzelle in einem Reagenzglas zusammengebracht. In der Folge kommt es zur spontanen Befruchtung.
ICSI: Diese Methode unterscheidet sich vor Allem dadurch, dass sie bei geringer Beweglichkeit der Spermien eingesetzt wird. Die Samenzelle wird direkt in das Ei gespritzt.

Diesem fachlichen Bereich gegenüber stehen die sehr persönlichen und hoch emotionalen Erfahrungen von Eltern und Kindern gegenüber. Künstlich empfangen ist das Gegenteil von Natürlich und beinhaltet somit eine Reihe von anderen Gedanken, die sich Paare über sich und ihr Kind machen:
– die psychische Belastung, die die medizinische Interventionen mit sich bringt,
– die Angst vor dem, was kommen mag und was die künstliche Befruchtung für das Kind bedeutet,
– die Sorge, einen Misserfolg nicht verkraften zu können,
– die Furcht davor, dass diese Sorgen das spätere Leben mit dem Kind negativ beeinflussen können, uvm.

Aber wie fühlt sich dieser Eingriff von Seiten eines Kindes an?

Es erlebt schon in der Entstehung eine Machtübernahme, gegen die es sich nicht wehren kann. Im späteren Leben wird es immer wieder Fragen zu Geschwistern geben. Auch vermissen sie den geschützten Raum. Es fehlt ihm die Wanderung, die ein befruchtetes Ei normalerweise durchmacht: Die Reise durch den Eileiter zur Gebärmutter. Hier wird das Ei begleitet und erreicht sicher sein Ziel. Bei Kindern aus künstlicher Befruchtung fehlt diese Erfahrung. Es kann zu Desorientierung, Wut und Auflehnung kommen weil schon die Entstehung nicht selbst initiiert war sondern abgenommen wurde.
Körpersprachlich zeigen sich evtl. Nachspielen der eigenen Geburt oder ein wiederkehrendes „Spiel“, in dem das Kind eine Rückwärtsrolle oder Ansätze Derselben macht.
Festzuhalten ist, dass die Ei- und Samenzellen andere Erfahrungen auf künstlichem Wege machen denn auf Natürlichem. Dies soll wertfrei verstanden werden.
Eltern, denen diese Reise bevorsteht, können ihrem Kind von Anfang an helfen, indem sie es Willkommen heißen, sich einfühlen, Gespräche untereinander über ihre Emotionen führen, mit großer Aufmerksamkeit im Labor sind, gut aufeinander aufpassen, sich physisch z.B. durch einen Osteopathen begleiten lassen und auch lernen, Abschied zu nehmen. Denn auch eine Geburt bedeutet, „wieder loslassen zu dürfen“.
(Quelle: Praxis für klassische osteopathische Medizin und Naturheilverfahren; isppm)

Perinataltraumata

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Im vorangehenden Beitrag wurden die Hintergründe, die zum Auftreten von (Baby-)Körpersprache führen, beleuchtet.
Mit den folgenden Artikeln möchte ich nun näher auf etwaige Ursachen eingehen.
Chronologisch wird es hierzu folgende Themen geben:
– Reproduktionsmedizin
– Lost Twin Situationen
– Lagebesonderheiten
– Nabelschnurthemen
– Einleitung
– Hilfsmittel unter Geburt
– Kaiserschnittkinder

Babykörpersprache

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Warum Traumatherapie bei Babies?

Auf der Reise in und durch das Leben nehmen wir alle unangenehme oder auch lebensbedrohliche Situationen, Schock oder Traumen auf sehr unterschiedliche Weisen wahr. Die meisten unserer emotionalen aber auch physischen Schmerzen haben ihren Ursprung in der frühen Lebensphase.

Da sich das kindliche Gehirn noch in der intensiven Entwicklungsphase befindet, können sie negative Einflüsse schneller überwinden als wir Erwachsene.
Auch heute sind perinatale Traumen noch nahezu ein Tabu. Dabei ist die frühkindliche Zeit Prägung für alles, was kommt: Wie wir mit Stress umgehen, wie wie mit Übergängen oder Abschied umgehen, wie wir essen, wie wir denken, sogar wie wir mit Intimität umgehen. Alles wird in einer kleinen Zone des Hirns namens Amygdala gespeichert. Hier werden Gefahrensituationen gesammelt und eine Reaktion ausgelöst.

Nehmen wir an, ein Erwachsener würde auf Grund eines Erlebnisses anfangen, zu weinen: Wir würden nicht darum bitten, aufzuhören oder „Schhhhh…., alles wird gut“ sagen. Wir würden die Geschichte erzählen lassen, um eine Besserung zu initiieren.

Wird ein Schmerz nicht ‚weggesperrt, können Kinder diesen überwinden und müssen sich weniger schützen, denn:
Wenn ein Baby leidet, leidet die ganze Familie.
(Quelle: Carlton Terry)

Wieder für Sie da

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„Was ohne Ruhepausen geschieht, ist nicht von Dauer“ (Ovid).

Nach der Sommerpause meldet sich Ihre Praxis des Vertrauens nun wieder zurück. Ab Montag, den 10. Juli bin ich für alle großen und kleinen Patienten wieder da. Und das nicht nur mit neuer Kraft sondern auch in neuem Gewand. Dank unseres neuen, barrierefreien Eingangsbereichs haben Sie nun ganz ohne Hindernis Zugang zur Praxis; ganz gleich ob mit Kinderwagen, Fahrrad, Rollstuhl oder Rollator.
Kommen Sie vorbei und machen Sie sich selbst ein Bild – ich freue mich auf Sie und Ihre Geschichte.

Ihre Anette Schulz

Infothema Embryologie II (Die Sinne)

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Ab etwa seinem 55. Lebenstag ist ein kleiner Embryo in der Lage, einzelne Teile seines Gesichtes wahrzunehmen. Es folgt ab der 12. Woche der ganze Körper, mit Ausnahme der hinteren und oberen Kopfpartie, die aus gutem Grund, verhältnismäßig berührungsunempfindlich bleiben. Steht das Kind unter Stress, können sich Berührungsängste, auffälliges Verhalten, Lernstörungen oder motorische Einschränkungen zeigen. Ebenfalls sehr früh, entwickelt sich der Gleichgewichtssinn des Kindes, welche ihn die Körperstellung im Raum wahrnehmen lässt. Einschränkungen hier lassen ihn seine Position nicht mehr richtig einschätzen, was zu einer veränderten Lage bei Geburt führen kann. Unterstützt werden können Mutter und Kind durch Behandlungen, die dafür sorgen, dass die Gebärmutter sich frei bewegen kann.
Das Sehen beginnt in den ersten 30 Tagen nach Augenanlage. Leidet das Kind an Kompressionen durch seine Lage im Bauch, kann es auch lange Zeit später Probleme mit der räumlichen Wahrnehmung, Schreiben oder Rechnen haben. Der Geruchssinn eines Kindes ist zwar komplett angelegt, wird aber erst nach Geburt durch die Duftdrüsen der Mutter aktiviert.
(Das Geburtstrauma – Norbert Neumann)

Infothema Embryologie I (Morphologie)

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Nach dem Verschmelzen von Samen und Eizelle, wandert die Zygote innerhalb weniger Tage in die Gebärmutter. Die Zellen beginnen sich zu vervielfältigen. Der Zellhaufen ist zu diesem Zeitpunkt bereits von einer Schutzhülle umgeben. Besteht der Zellhaufen aus bis zur 32 Einzelzellen, erlebt das kleine Bündel seine erste Geburt, denn es verlässt seine bisherige Höhle und nistet sich nun komplett in die Gebärmutterschleimhaut ein; umgeben von der eigentlichen Embryohülle. Kommt es in dieser Zeit zu Fehlbildungen, reagiert der Körper nach dem „Alles-oder-nichts-Gesetz“ und wird den Zellhaufen vor endgültiger Einnistung abstoßen (Das Geburtstrauma – Norbert Neumann).
Für werdende Eltern ein schwacher Trost: Die Natur praktiziert hier natürliche Auslese, sodass das stärkste und gesündeste Leben siegt.
Verläuft alles normal, wird ab Woche 3 die Entwicklung der ersten Organe stattfinden. Unglaublich aber wahr: Bereits um den 55. Tag der Schwangerschaft sind schätzungsweise 90 % aller benötigten Strukturen in ihrer Anlage vertreten (Das Geburtstrauma – Norbert Neumann) …ein fertiges Menschlein wächst heran.