Hilfsmittel unter Geburt

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Im Folgenden sollen etwaige Hilfsmittel unter Geburt genauer betrachtet werden. Bei folgenden Umständen kommen Saugglocke, Zange oder der Kristellerhandgriff zum Einsatz:

– Unmöglichkeit eines Kaiserschnitts
– Geburtsstillstand
– Kindsgefährdung
– Lageanomalie
– Mütterliche Erschöpfung

Bei Saugglocke und Zange wird zusätzlich ein Dammschnitt erforderlich, um ausreichend Platz für das Instrument zu schaffen. Um die Schmerzen gering zu halten, wird eine weitere medizinische Maßnahme erforderlich: Der Pudendusblock. Hierbei werden die versorgenden Nerven lahmgelegt.

Wir können also jetzt bereits ablesen, dass eine medizinische Intervention meist eine Andere zur Konsequenz hat.

Zurück zu den Hilfsmitteln:

Die Saugglocke

Die Saugglocke wird am Hinterkopf des Kindes angedrückt. Mithilfe einer Pumpe wird ein Unterdruck aufgebaut und die Glocke saugt sich fest. Im Rhythmus der Wehen wird das Kind herausgezogen. Zu bedenken sind dabei die Kräfte, die auf den Kindskopf einwirken. Studien hierfür liefert die Karolinska Universitätsfrauenklinik in Stockholm:
Es zeigte sich, dass Kräfte von mind. 176 Newton
zur Anwendung kamen. Hier eine exemplarische Umrechnung:

1 Newton (Kraft) = 1N ≈ 1/9.81 kg = 0.102 kg = 102 Gramm (Gewicht).
(Quelle: Wikipedia)

Demzufolge dürfte auch schon der geringsten Zug von 176 Newton bereits eine Kraft von 17,952 kg am kindlichen Schädel bedeuten. Somit wird deutlich warum es für das Neugeborenen mit einer Asphyxie, Blutungen im Gehirn, Ringhömatomen, Schädeldeformation und Anfällen verbunden sein kann.

Zwar sind etwaige Deformitäten unter Behandlung rückläufig, jedoch hinterlässt diese Krafteinwirkung sowie Entmachtung des Kindes oft emotionale Spuren.
Was aus medizinischen Gründen erforderlich ist, kann im Anschluss durch Babytherapie und osteopathischen Ansatz begleitet werden.

Die Zangengeburt

Bei einer Zangengeburt legt ein Arzt die Geburtszange löffelförmigen seitlich an den Kopf des Ungeborenen. Während der Wehen wird das Baby durch den Geburtskanal gezogen. Hierbei kann es zu Hautrötungen, Abschürfungen, Nervenlähmungen und Deformitäten kommen.

Der Kristeller-Handgriff

Bei Geburtsstillstand wird oft der sog. Kristeller-Handgriff eingesetzt. Medizinisches Fachpersonal versucht dabei von außen durch die Bauchdecke das Baby mit großem Druck in die richtige Position zu schieben. Wird der Babybauch in der Schwangerschaft von allen Gefahren ferngehalten, so soll dies für Mutter und Kind komplikationslos und psychisch unbedenklich sein? Das scheint ein Widerspruch. Denn der starke Druck auf den Oberbauch ist für Frauen nicht nur schmerzhaft: Bei falscher Durchführung können Komplikationen wie eine Rippenfraktur, eine vorzeitige Ablösung der Plazenta et al auftreten.

Bisweilen lassen sich o.g. Hilfsmittel nicht vermeiden. Sie sollten jedoch mit Bedacht gewählt, den Eltern mit Nutzen UND Gefahren erklärt und dem Baby im Anschluss eine entsprechende Therapie ermöglicht werden.

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